Ladebooster_Erfahrungswerte

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Maximus
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Ladebooster_Erfahrungswerte

#1 Beitrag von Maximus » 7. Okt 2012, 19:54

Hallo zusammen,
bei der Auslegung unseres WoMos betreffend Stromversorgung und Batteriemanagement überlege ich gerade, ob wir gleich einen Ladebooster mit entsprechender der Batterie angepasster Kennliniensteuerung einbauen lassen oder ob ich zunächst nur die geeignete Installation vorsehe und erst mal teste, ob diese Komponente überhaupt nötig ist.
Dazu würden mich eure Kommentare interessieren, sofern Jemand konkrete Erfahrungen hat.
Dazu noch ein Hinweis
Die Technik und Funktionsweise des Ladeboosters ist mir natürlich bekannt. Häufig wird argumentiert, dass man lediglich darauf achten muss, dass das Versorgungskabel von LiMa zur Aufbaubatterie nur ausreichend stark gewählt werden muss (>= 35qmm), dann benötigt man keinen Booster. Das ist insofern Unsinn, als man bei Verwendung eines Boosters in jedem Falle ausreichend bemessene Kabel benutzen muss für die Maximalströme von ca 50A ( abhängig von der Auslegung des Boosters und Stärke der LiMa).
Der Booster hat den Vorteil, dass die Aufbaubatterie möglichst rasch bei jedem Motorstart nachgeladen wird und zudem geschieht dies (bei richtiger Boosterwahl) nach einer für die Batterie geeigneten Kennliniensteuerung bis hin zur Vollladung. Ohne Booster geschieht die Nachladung über die LiMa mehr oder weniger zufällig und erreicht nie die Vollladung!
Ich freue mich auf eure Erfahrungswerte.
HG
Albert

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andre.bohne
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#2 Beitrag von andre.bohne » 9. Okt 2012, 19:41

Hallp ihr beiden.

ich würde den Booster bevorzugen denn so wie ich Michael kenne kommen Gel Batterien rein und ich denke das die Lima diesen Batterien nur schadet die Ladekennline passen nicht zusammen .

Gruß
André
Einmal Bocklet immer Bocklet

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Maximus
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Lade-Wandler (Booster)

#3 Beitrag von Maximus » 26. Mai 2013, 19:59

Hallo zusammen,
gelegentlich wird unter Wohnmobilisten über Sinn und Zweck hinsichtlich des Einsatzes von Lade-Wandlern diskutiert. Wir haben uns bei unserem neuen Fahrzeug für ein solches Gerät entschieden und dazu mache ich nachfolgend einige Angaben zu unserer Motivation und zu ersten Funktionsmessungen.
Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich möchte damit keineswegs ein allgemeines Urteil darüber abgeben, ob ein Booster unbedingt sinnvoll/notwendig oder verzichtbar ist.
Meine Motivation sprach allerdings aus 2 Gründen eindeutig für ein solches Gerät:
1. In den meisten Wohnmobilen wird ziemlicher Aufwand getrieben hinsichtlich der Verwendung von Ladereglern mit optimaler Anpassung an die jeweilige Ladekennlinie der verwendeten Batterie incl. Temperaturkompensation. Das gilt für den Laderegler für den Landanschluss ebenso wie für den Laderegler bei Nutzung von Solarstrom.
Sobald man jedoch fährt, ignoriert die Standardtechnik die Ladekennlinie und den Ladezustand der Batterie vollständig und die Nachladung über die Lichtmaschine erfolgt „ungeregelt“. Weder wird die Kapazität der LiMa voll ausgeschöpft noch erreicht diese Art der Nachladung die volle Aufladung der Bordbatterie. Durch den Einsatz eines geeigneten Boosters werden diese Nachteile beseitigt und das Batteriemanagement ist für jede Art der Einspeisung optimiert.
2. Unabhängig von Punkt 1 war uns wichtig, so energieautark wie nur möglich zu sein. Neben den 340Wp Solar kam also noch ein Booster hinzu. An zwei Messbeispielen möchte ich kurz beschreiben, was dieser leistet, damit man zumindest eine Vorstellung hat.

Messbeispiel 1
Ich habe im Wohnraum über die Batterie und den WR einen Verbraucher mit ziemlich genau 1kW betrieben. Solarstrom war ca 0A (abends), Landstrom war nicht angeschlossen. Der Batterie wurde bei diesem Verbraucher ein Strom von 96A entnommen.
Dann habe ich den Motor gestartet im Leerlauf mit Standgas– also Stillstand des Fahrzeugs. Nach wenigen Sekunden schaltet der Booster automatisch zu und der Batteriestrom reduzierte sich auf 47A. Das bedeutet, der Booster übernahm 49A von den für den Betrieb des Verbrauchers erforderlichen 96 A.
Ich habe das Experiment wiederholt mit einem Verbraucher von 1,5kW. Das Ergebnis war stets gleich. Der Booster liefert sofort nach Start des Motors seine volle Leistung – genauer, seinen maximal zulässigen Strom gemäß Gerätetyp (natürlich nur dann, wenn die Starterbatterie nicht gerade leer ist) und entlastet in entsprechender Weise die Batterie.

Das hat mich beeindruckt. Jeder kann sich selbst überlegen, in welchen Fällen dies von Nutzen sein kann. Im Wesentlichen jedoch wollte ich mit diesem Beispiel nur testen, was der Booster im Grenzfall leistet.

Messbeispiel 2
In diesem Falle habe ich die Batterie zuvor um ca. 30Ah entladen. Das entspricht einer dann noch vorhandenen Ladekapazität von ca. 87% der Bordbatterie.
In diesem Zustand habe ich wieder den Motor gestartet, im Leerlauf und mit Standgas betrieben. Sofort schaltet sich wieder der Booster zu und beginnt mit der Batterieladung anfangs mit 41A. Nach einigen Minuten wird der Ladestrom langsam zurückgeregelt entsprechend der Ladekennlinie.

Es wäre nun interessant zu sehen was passiert, wenn man die gleichen Experimente ohne Booster durchführt. Vielleicht fühlt sich jemand dazu angeregt.

Unabhängig von diesen Messbeispielen kann ich hinzufügen, dass wir trotz stets gut gefülltem Kompressor-Kühlschrank, Fernseher und sonstigen Verbrauchern bei unseren bisherigen Fahrten mit dem Neuen noch nie Landstrom angeschlossen hatten.
HG
Albert

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#4 Beitrag von Ernst Schäfer » 31. Mai 2013, 12:13

Hallo,
könntest Du bitte den Hersteller, Bezugsquelle Deines Boosters benennen.
Im Voraus Danke


Ernst

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#5 Beitrag von Maximus » 31. Mai 2013, 16:31

Hallo Ernst,

ich habe mich nach einigen Recherchen für ein Gerät von Votronic, Typ VCC 1212-45 IUoU entschieden, nicht zuletzt aus folgenden Gründen

- Unser ReiMo- Hersteller bestätigt gute Erfahrungen mit Votronic, auch hinsichtlich technischer Angaben, Einbauvorschriften und Integration in das Gesamt- Batteriemanagementsystem (Solar, Power Block, Booster, WR und Batterie)

- Die Booster von Votronic bieten 4 Parametrierfunktionen zur Anpassung an die Ladecharakteristik der jeweils verbauten Batterie

- Das Gerät arbeitet vollautomatisch, gesteuert über das Fahrzeug. Über eine Fernbedienungseinheit kann der Betriebszustand im Wohnraum überwacht und ggf. aus- oder zugeschaltet werden

- Technische Anfragen vor Kauf wurden prompt und klar beantwortet

Sicher bieten auch andere Hersteller ähnliche Qualität.

Über Langzeiterfahrung kann ich noch keine Angaben machen.

Gruß
Albert

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Re: Ladebooster_Erfahrungswerte

#6 Beitrag von FrankiaFan » 8. Okt 2018, 09:57

Ich holle das hier mal wieder nach oben.

Auch wir haben uns nach langer Überlegung nun endlich zum Einbau eines Ladebooster entschieden.

Kurz zu den Fakten:
- 2x 100AH AGM Batterien
- 200 Watt Solar mit MPPT Regler von Votronic
- 1500 Watt Sinus Spannungswandler

Da wir häufig autark stehen und, wieder besseren Wissens durch den häufigen Gebrauch des Spannungswandler, nun wirklich nicht sorgsam mit unseren Batterien umgehen kam es immer mal wieder vor das die Kapazität der Batterien auch mit Solarladung (ins besondere bei Bewölkung) nicht ausreichend war.
Unser Reiseverhalten wollen wir aber nicht ändern. Also musste eine Lösung her.....
Da wir meist sowieso nicht länger als drei Tage an einem Ort bleiben, lag die Lösung einen Ladebooster einzubauen nahe.

Wir haben uns dann für den Votronic VCC 1212-50 entschieden. Zum einen hat er erheblich kleinere Abmessungen als seine Vorgänger und verfügt auch schon über die Ladekennlinien für evtl. später hinzu kommende LiFePo4 Battreien.

https://www.votronic.de/index.php/de/pr ... 212-50-neu

Langzeit Erfahrungen haben wir leider noch nicht. Lediglich auf der Rückfahrt vom Ancampen konnten wir feststellen wie schnell unsere Bordbatterien geladen wurden. Anfänglich mit ca. 48 A ging die Ladeleistung schon nach einer Fahrstrecke von ca. 50 Km auf annähernd 0 A zurück und die Battreien waren zu 100% voll.

Schon jetzt können wir sagen das sich die Investition und der Einbau für uns gelohnt hat.
Zumal der meiste Aufwand für den Einbau des Booster, zumindest in unserem Wohnmobil, das neu verlegen der 16 mm2 Kabel war.
LG Anke und Rüdiger

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Adria Matrix Plus 670 SBC

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Re: Ladebooster_Erfahrungswerte

#7 Beitrag von bfb » 8. Okt 2018, 13:20

Genau so soll es sein. Ich habe schon seit vielen Jahren einen 45 Ampere Booster verbaut und kann das nur bestätigen. Da ich 300 Ah Batterien verbaut habe, denke ich darüber nach, den vorhandenen 45 A gegen einen 70 A zu tauschen.
Gruß
Bernd


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Re: Ladebooster_Erfahrungswerte

#8 Beitrag von bfb » 27. Okt 2018, 10:37

Ich habs getan :nike:
Der neue Ladebooster ist eingebaut. :mrgreen:
Da ich vorher schon den 45 Ampere verbaut hatte, der durch seine geringere Leistung mit der weksseitigen Verkabelung vom Kabelquerschnitt her ausreichte, mußte ich für den Stärkeren neue Kabel mit 25 mm² Querschnitt verlegen. :shock:
Das war, wie schon Rüdiger beschrieben hat, die aufwendigste Arbeit.
Der Rest ging einfach und zügig. :D
Anschließend habe ich eine Probefahrt mit halb vollen Batterien gemacht. Kurz nach dem Starten ging die Ladespannung auf 14,8 Volt und die Ladeleistung auf 70,8 Ampere hoch. :mrgreen:
Nach ca. 35 Km Fahrstrecke regelte die Kennlinie die Ladeleistung schon herunter. :)
Top!
Gruß
Bernd


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Re: Ladebooster_Erfahrungswerte

#9 Beitrag von Jubel » 27. Okt 2018, 10:50

Bernd und was machst du mit dem Alten? Wenn du den verkaufen möchtest und er einen vernünftigen Preis hat wäre ich eventuell für unser alte Kiste noch daran interessiert um erste Erfahrungen zu sammeln vor in 3 Jahren das neue her muss. Wir haben einen 210 AGM Klotz drin. Der letzte hielt 6 Jahre der neue ist nun 1 Jahr drin. Aber nun habe ich gerade mit dem lesen dieses Threads doch wertvolle Zusatzinformationen erhalten.

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Re: Ladebooster_Erfahrungswerte

#10 Beitrag von bfb » 27. Okt 2018, 15:19

Hi Jürg,
der ist leider schon versprochen!
Gruß
Bernd


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