LiFePOY4 Batterie, Erfahrungsbericht

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Maximus
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LiFePOY4 Batterie, Erfahrungsbericht

#1 Beitrag von Maximus » 13. Jan 2016, 19:33

Hallo zusammen,

Im vergangenen Jahr haben wir unsere AGM Batterie durch eine LI – Batterie vom Typ LiFePoY4 (Hersteller Winston) ersetzt. Hier nun die ersten Erfahrungshinweise nach einigen Monaten Nutzung.

Warum sind wir umgestiegen?

Unsere bisherige 220Ah Batterie AGM erfüllte einfach nicht unsere Ansprüche hinsichtlich autarkem reisen. In dunklen Jahreszeiten konnten wir gerade mal 2 Tage an einem Platz ohne Strom auskommen. Hierzu muss man wissen, dass wir einen Kompressorkühlschrank betreiben, hinzu kommen Föhn, Licht, Wasserpumpe, Heizungspumpe und gelegentlich Fernseher.

Bekanntlich kann man eine AGM nur zu ca. 25---30% ausnutzen. Danach sinkt die Batteriespannung unter 12 V und dann geht der Kühlschrank häufig auf Störung beim Einschalten wegen Unterspannung.

Unsere Erfahrungen mit der LiFePOY4

Wir haben eine 300Ah LiFePOY 4 einbauen lassen mit der entsprechenden Zellen-Ausgleichs- und Schutzelektronik. Nach Kennlinienangaben kann die Batterie problemlos bis auf ca 20% entladen werden bei hoher Spannungsstabilität. Aus Sicherheitsgründen beschränken wir uns auf den Betriebsbereich 100% bis 30%. In diesem Bereich bleibt die Spannung auch bei hoher Stromentnahme deutlich über 12 V stabil (deutlich kleinerer Innenwiderstand als AGM).

Wir haben damit gegenüber dem Vorzustand mehr als die 3 fache nutzbare Batteriekapazität gewonnen und dies bei ca. 20 kg Gewichtseinsparung!!

Alle vorhandenen Energiemanagement- Systeme (Ladegerät, Solarregler, Booster) konnten laut Herstellerangaben weiterhin genutzt werden nach Einstellung auf die Li Charakteristik. Auch der Batteriemonitor konnte auf die Kenndaten der Li Batterie umprogrammiert werden.

Während eine AGM mit Blick auf Lebensdauer nicht allzu lange bei Teilentladung betrieben oder gelagert werden soll, ist dies gerade umgekehrt bei Li. Das ist für die Nutzung im ReiMo sehr angenehm.
Wir betreiben die neue Batterie seit ca ½ Jahr und waren in dieser Zeit praktisch nicht an Landstrom. Die Nachladung geschieht über Solar oder beim Fahren. Über Silvester standen wir bei trübem Wetter mit nur gelegentlichem Sonnenschein 5 Tage an einem Platz ohne Strom und hatten noch ausreichend Reserve. Die Verbraucher habe ich oben genannt.

Fazit: Wir sind vollauf zufrieden

Bleibt nur zu hoffen, dass die Neue eine lange Lebensdauer garantiert, denn einen Nachteil darf man nicht verschweigen: Der Preis!

Soweit für heute
LG
Maximus

freetec598
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#2 Beitrag von freetec598 » 14. Jan 2016, 07:53

Hallo Maximus,:dankschoen:

Danke für den ausführlichen und gut verständlichen Beitrag, :daumen
der freundlicherweise ohne den sonst üblichen
technischen Kauderwelsch auskommt.
Somit wird klar, alle Vorteile bei dem neuen System, :D
nur der Preis. :(
Darf man erfahren, wie hoch der Preis für die Batterien
und den Einbau der selben war ?
Ich hoffe, unsere zwei 95er Blei - Säure halten noch ein paar Jahre
aber dann wirds interessant.
Servus
Peter
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Maximus
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#3 Beitrag von Maximus » 14. Jan 2016, 12:25

Hallo Peter,

Der Gesamtpreis betrug 3900,-€.

Dazu gehörten folgende Leistungen:

a) Die Komponenten
- 4 Stück 300Ah Batteriezellen, 12,8V
- Eien Batteriemanagementsystem ECS zum Sannungsausgleich und Schutz der Zellen
- Überlastrelais und Schutzschalter

b) Arbeitsaufwand
- Ausbau der alten Batterie und Einbau der neuen Komponenten
- Einstellung der vorhandenen Ladeeinrichtungen auf die Batteriecharakteristik
- Funktionstest der Komponenten und Systemtest

Wir haben den Umbau bei einem Fachhändler durchführen lassen, der damit bereits vielfache Erfahrungen hatte.

Mittlerweile bietet victron-energy eine nach Batteriekapazität abgestufte Komplettlösung incl. Batteriemanagementsysthem. Auf der Internetseite findest Du dazu auch die Preise (ohne Umbaukosten).

Gruß
Maximus

freetec598
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#4 Beitrag von freetec598 » 14. Jan 2016, 13:04

Danke Maximus für die offene und ehrliche Auskunft. ! :)
Ich denke, das hat bestimmt auch einige andere User hier interessiert.
Servus
Peter
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Dakota
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#5 Beitrag von Dakota » 14. Jan 2016, 13:18

Moin Maximus,


wir hatten auch überlegt :wink:

Haben uns dann erstmal gegen LiFePOY4 entschieden. Zumal uns erzählt wurde das man hier doch andere (Lade.-/) Überwachungstechnik benötigt. Zudem lag das Angebot bei fast dem doppelten Preis..... :shock:
Gruß Klaus

Unser Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet. :mrgreen:

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rainerausrhedeems
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#6 Beitrag von rainerausrhedeems » 14. Jan 2016, 18:00

Toller Bericht,danke dafür!
Rainer
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Maximus
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#7 Beitrag von Maximus » 15. Jan 2016, 19:35

Dakota hat geschrieben:Moin Maximus,

...Zumal uns erzählt wurde das man hier doch andere (Lade.-/) Überwachungstechnik benötigt....
Hallo Klaus,

das ist richtig, hierzu wird viel erzählt weshalb ich exakt zu dieser Frage etwas gründlicher recherchiert habe. Dazu noch ein Kommentar.

Zu den Winston-Zellen gibt es seit Jahren sehr präzise Datenblätter. Die Zellen werden seit ca. 4 Jahren in Serie produziert. Sind also dem "Laborstadium" entwachsen.
Hinsichtlich des sicheren Betriebes gibt es zwei unbedingt einzuhaltende Werte. Das sind die Minimalspannung und Maximalspannung (für den Betrieb) pro Zelle von 2,8V respektive 3,8V (also 11,2V und 15,2V für die Batterie). Dies muss von der direkt an den Zellen angebrachten Elektronik überwacht werden.

Von dem Ladegerät muss sichergestellt sein, dass die Ladespannung eben diese 15,2V nicht überschreitet.

Hinsichtlich des erlaubten Ladestromes ist die LiFePo4 sogar besonders unempfindlich. Ebenso hinsichtlich der Entnahme großer Ströme.
Auch um den Temperaturbereich muss man sich in unseren Breitengraden keine Gedanken machen.

Wie schon oben genannt, bietet victron energy mittlerweile Li Batterieblöcke an und verbaut darin eben diese LiFePo4 von Winston und bietet diese an in Verbindung mit den Standard Ladegeräten oder mit den Ladegerät/Wechselrichter- Einheiten, die auch für AGM oder GEL eingesetzt werden.
Im Datenblatt vom Batteriemonitor findet man sogar die Programmierwerte neben AGM und GEL für die LiFePo4.

Natürlich bleibt eine Restunsicherheit, denn so lange gibt es noch keine Felderfahrung für diese komplexe Technik. Dieses Risiko muss jeder selbst einschätzen zumal es generell bei Batterien ein Problem ist, im Schadensfall Ersatz zu bekommen.

LG Maximus

GE-Camper
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Re: LiFePOY4 Batterie, Erfahrungsbericht

#8 Beitrag von GE-Camper » 17. Jun 2018, 06:58

Dieser Umbau wird in der nächsten Zeit bei uns auch erfolgen.
Diverse Vorbereitungen habe ich schon getroffen:
Netz-und Solar Ladegerät mit Li Einstellung verbaut(Votronic)
Größere kabelquerschnitte vom Batteriekasten zur Unterverteilung gelegt(von 16 auf 50 mm2)
Es bleibt nun nur die frage ob Winston Zellen mit BMS oder ne fertig variante z.b. MT LI 95 von Büttner
oder ähnliche (superB Epsilon)
Auch bin ich mir noch nicht im klaren ob ein Booster verbaut werden muss oder ein gutes Trennrelais
zum Laden während der Fahrt ausreicht
Vielleicht gibt es ja Erfahrungen mit super B ohne Booster
Da Li Akkus nicht einer ständigen Vollladung bedürfen bin ich der Meinung es sollte ohne Booster gehen,nur meine Meinung

GE-Camper
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Re: LiFePOY4 Batterie, Erfahrungsbericht

#9 Beitrag von GE-Camper » 8. Aug 2018, 05:14

Hi@all
So Der umbau ist fertig
Ich habe mich für zwei Akkus aus dem hause Fraron entschieden
nachdem ich erst ohne Booster probiert habe war ich dann doch der Meinung das ein Booster mit lade kurve und Abregelung nach voll Ladung besser ist
der Strom fühlt sich auf jeden fall besser an aufgrund der Spannungslage Der Akkus
Erstes langes WE in NL lief ohne Probleme und ohne Steckdose

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